After a year and a half, it has proven that following my heart and coming to Canada was the right choice. Dave and I are a very happy item that just recently got to play music together ("Woiperdinger"), and the beauty of the country just blows me away each time I get out of the city.

Dienstag, 16. August 2011

Besuch von Moritz & Co

Was lange währt, wird endlich gut: Daves neueste Instrumentenkreation, der Woiperdinger, ist fertig!! 
Bei einem Auftritt mit Rory, einem Tablaspieler, kam die Mischung aus Gitarre und Sitar auch schon einmal zum Einsatz:
video
Die Sitar und die Dilruba waren auch dabei, aber jetzt kann ich grad nicht mehr Videos hochladen, weiß auch nicht, warum.

Schon wieder eine ganze Zeit her, der Besuch von meinem Cousin Moritz mit Kristin, Annika und George Mitte August - aber in den letzten Wochen bin ich so gut wie gar nicht ins Internet gekommen. Ist ja auch nicht schlecht...
Die vier waren erst eine Woche lang auf Vancouver Island unterwegs und sind dann mit ihrem Mietwagen schön langsam (kein einziges touristisches Highlight haben sie ausgelassen!) von Vancouver nach Calgary gefahren. Ich hab natürlich nur ein paar Fotos von den zwei Abenden hier bei uns:
Wieder mal so ein nettes Gastgeschenk, das sofort ausprobiert werden muss: Siedler von Catan, das Erweiterungsset für sechs Spieler.
Dann, ein typischer Mittwochabend in Calgary: Auf ins Pub, Chicken Wings und Bier!
Und am Donnerstag in der Früh geht's wieder heim nach Deutschland. Und zwar in sauber geputzten Lederschuhen, Anzug und Hemd. Schließlich reist man als Angestellter der Lufthansa günstig genug, um sich für einen Campingurlaub in Kanada neu einzukleiden...

Montag, 1. August 2011

Camping in Cataract Creek

Another weekend in paradise...

Eigentlich fängt dieser Campingausflug ja schon am Freitagabend an. Nach der Arbeit fahren Annmarie und ich zum Einkaufen, weil Dave beim letzten Mal ein bisschen übertrieben hat (250 Dollar an Fressalien für ein Wochenende!). Im Anschluss daran wollte Dave eigentlich zum Bluerock Campingplatz fahren, um einen Platz zu reservieren, denn an den langen Wochenenden ist immer ganz Kanada beim Campen. Geht leider nicht, weil ein Kumpel zum Musik spielen vorbeikommt. Als Annmarie und ich vom Einkaufen heimkommen, sind die zwei Männer grad mitten in einem Lied, und außerdem haben sie schon ein paar Bierchen intus und sind leider nicht mehr verkehrstauglich. Dave hat die blendende Idee, dass doch Annmarie und ich "mal schnell" in die Berge fahren und das Zelt aufbauen könnten.
Klar, kein Problem, ist ja auch erst 10 Uhr - die Sonne ist grad erst untergegangen.
Annmarie und ich, nach einem richtig heißen Tag immer noch in Minirock und Trägertop, schmeißen das Zelt in unser Auto und düsen los. Um 11 sind wir in Turner Valley, der letzten Zivilisation, bevor wir vom Highway abbiegen in den Wald rein. Erleichtert stelle ich fest, dass die Esso Tankstelle noch aufhat, aber so viel ist leicht noch im Tank, dass ich zum Campingplatz und wieder zurück komme. Und außerdem will ich jetzt erstmal einen freien Platz finden und das Zelt aufstellen, bevor es kalt wird...
Tja, das mit dem freien Platz ist an einem langen Wochenende wie gesagt nicht so einfach - der Bluerock Campingplatz ist voll. Wir klappern alle 66 Stellplätze ab, aber tatsächlich ist alles belegt. Also auf zum Nachbarcampingplatz. Der ist zwar eigentlich nur für Leute mit Pferden, aber schauen können wir ja mal. Die drei Stellplätze, die noch frei sind, sind entweder zu nah am Anfang, zu wenig abgeschirmt oder gleich beim Klo - Dave wäre wenig begeistert, also lassen wir es gleich bleiben. Weiter geht's zum dritten Campingplatz im Sheep River Tal, aber auch der ist voll. Toll.
Es ist Mitternacht, wir haben keinen Campingplatz für morgen, aber dafür Hunger und einen leeren Tank. Nix wie zurück nach Turner Valley! Schon von weitem sehe ich, dass das grellrote Tankstellenschild, das vor einer guten Stunde noch das halbe Dorf erhellt hat, nun nur noch vom Licht der Straßenlaternen beleuchtet wird. Heißt das vielleicht, dass wir zwar mit der Karte tanken, aber nix mehr zum Essen kaufen können? Nein, noch schlimmer: Aufgrund zunehmender Tanksünderzahlen, so der Hinweis auf einem Plakat, akzeptiere diese Tankstelle nur noch Vorauskasse. Öffnungszeiten: 5:30 bis 23:00.
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Plan A: Unsere Männer sollen mit einem Kanister Benzin herkommen. Mittlerweile ist der Akku von Annmaries Handy leer, meiner hat noch zwei Striche. Ich versuche Dave anzurufen, aber klar: Der ist beim Musikspielen im Keller, der kriegt von der Außenwelt überhaupt nix mit. Wir versuchen es bei Brian. Halb belustigt, halb besorgt hört er sich unsere Geschichte an, aber helfen kann er uns leider nicht; erstens sind die drei Jungs im Bett, und zweitens hat Annmarie schlauerweise den Autoschlüssel dabei.
Plan B: Wir warten, bis die Tankstelle in der Früh aufmacht. Schließlich ist die Nacht nicht arg kalt, und wir haben ja das Zelt, mit dem wir uns zudecken können. Blöd nur, dass wir Hunger haben, und aufs Klo müssen wir auch. Hier in der Dorfmitte ist alles so hell erleuchtet, drum fahren wir wieder Richtung Wald, um im Schutz der Dunkelheit wenigstens das eine Problem zu beheben. Nach nicht einmal 200 Metern entdeckt Annmarie allerdings eine Bar, die noch offen ist. Ein Klo, und was zu essen, nix wie rein!!
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Es ist genau so, wie man sich so eine Lokalität mitten im Nirgendwo und mitten in der Nacht vorstellt: Fünf stark angetrunkene männliche Stammgäste an der Bar, vertieft in ihre tagtäglich bierselige und hochphilosophische, überwiegend in Richtung Dekolleté einer etwas überdrehten Barbesitzerin geführte Unterhaltung, grausame Countrymusik, und sanitäre Anlagen, die uns unseren Hunger schnell vergessen lassen. Das Erscheinen zweier fremder hilfloser Damen in sommerlicher Kleidung hebt die Stimmung enorm, da lassen sich so gestandene Männer nicht lumpen und bieten uns eifrig Getränke, einen Joint und allerlei Tips an, was wir jetzt machen sollen:
  • Der eine hat einen großen Garten, da können wir ruhig unser Zelt aufstellen für die Nacht.
  • Der andere ist Lastwagenfahrer und nach den paar Bierchen und Cocktails auf jeden Fall noch in der Lage, das Auto und uns zwei zurück nach Calgary zu transportieren.
  • Der nächste hat sein Auto nicht weit weg geparkt, da könnten wir mit einem Schlauch Benzin raussaugen und in unser Auto füllen.
  • Die Barbesitzerin ruft einen Kumpel an, der sowieso grad auf dem Weg von Calgary hierher ist, der soll doch bitte einen Kanister Benzin mitbringen. Tja, der Kumpel ist leider schon fast in Turner Valley.
  • In Okotoks, nur 20 km weg, gibt es angeblich eine Tankstelle, die rund um die Uhr besetzt ist. Einer nach dem anderen nickt, die Bardame eingeschlossen.
Wunderbar, daran hätte ich nicht gedacht! Wir trinken aus und versprechen, bald mal wieder vorbeizuschauen hier. Dann müssen wir uns noch von jedem der Bierdimpfel persönlich verabschieden und wiederholt den Weg nach Okotoks erklären lassen, bevor wir uns von ihnen befreien. Um zwei Uhr haben wir die Tankstelle gefunden, und kurze Zeit später auch ein Fastfood-Restaurant, das noch offen ist. Auf dem Parkplatz davor lassen wir uns gerade unsere Sandwiches schmecken, als Dave anruft...

Um es kurz zu machen: Dave und Brian sind am Samstagnachmittag nochmal losgefahren, und haben am Cataract Creek einen wunderschönen Campingplatz gefunden. Sie haben sofort einen Platz reserviert, was auch gut war, denn als wir am selben Abend nach 11 Uhr dort angekommen sind, war schon wieder alles voll.
Bei herrlichem Sommerwetter haben wir das lange Wochenende verbracht, zusammen mit den 5 O'Reillys und zwei Freunden von Dave, Darcy und Leslie. Vor lauter Campen hab ich bis heute in der Früh das Fotografieren vergessen :-(
Breakfast time!
Montagmorgen: Wir drei Damen beim Kochen.
Bacon, potatoes and mushrooms...
Falls ihr glaubt, so mitten im Wald gibt's nur staubiges Müsli mit saurer Milch zum Frühstück, dann seid ihr auf dem Holzweg: gebratener Speck, geröstete Kartoffeln mit Schwammerl und Zwiebeln, ...

... toast, sausages and fried eggs from the campfire!
... Buttertoast, Grillwürstl und Spiegeleier. Alles überm Lagerfeuer gekocht, weil der Grill bereits verstaut ist und die zwei Kocher für's Kaffee-/ Tee-/ Spülwasser gebraucht werden. Und weil's einfach der Wahnsinn ist!
Oder?
making new friends :-)))
Darcy, ein Arbeitskollege vom Dave, mit seiner Freundin Leslie. Die zwei verstehen was von Arbeitsteilung.

view from the top of the hill...
Alle Zeltplätze sind rund um einen Hügel, von dem aus man eine schöne Sicht über den Wald und die Berge hat.
... where children and lovers like to hang out
Das Bankerl dort oben wird natürlich ständig von spielenden Kindern und Pärchen belagert... 
on the way home
Heimfahrt
We stop at some lake to go for a swim!
Zwischenstop an irgendeinem See neben dem Highway
rooster fight
Schee koid!
Barrier Lake
Schön war's! Das Campingzeug in der Küche türmt sich zwar immer noch zu gefährlichen Hindernissen, aber ich geh jetzt ins Bett. Morgen ruft wieder die Arbeit...